Apotheke Tschupp
Dr. Christoph Tschupp

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Kämpfen Sie gegen den Heuschnupfen

 
Pollenallergie

Seit beginn des 20. Jahrhunderts ist die Zahl der Pollenallergiker massiv gestiegen. In den letzten 10-15 Jahren flacht die Anstiegskurve langsam ab.
Hinzu kommt aber, dass früher vorwiegend Kinder an Heuschnupfen litten. Heute hingegen kommt es öfters vor, dass erst im höheren Alter eine allergische Reaktion auftritt.

Was ist eine Allergie?

Die Allergie ist eine anormale Reaktion des Immunsystems, ausgelöst durch den Kontakt einer Fremdsubstanz (Allergen) mit dem Organismus.

Eine Allergie entsteht in 2 Phasen zusammen.
- Die Sensibilisierungsphase: Erster Kontakt mit dem Allergen, was zur Bildung von Antikörpern führt → keine allergische Reaktion.
- Die Reaktionsphase: Beim zweiten Kontakt mit dem Allergen werden die bereits gebildeten Antikörper aktiv und Histamin wird freigesetzt → löst allergische Symptome auf Haut und Schleimhaut aus.

Der Fremdkörper kann durch Berühren (Kontaktallergene wie Seifen, Kosmetika, Wolle...), Einatmen (Pollen, Staub, Haare...), Einnehmen (Nahrungsmittel, Medikamente...), Einspritzen (Insektenstiche, Impfungen...) in den Körper gelangen.
Eine allergische Reaktion kann einen banalen Schnupfen oder im schlimmsten Fall einen anaphylaktischen Schock mit Lebensgefahr auslösen.
Die Neigung zu Allergien ist vererbbar. Falls 1 Elternteil an Allergie leidet ist das Risiko für das Kind bei ca. 30%, sind beide Elternteile betroffen steigt das Risiko auf ca. 70%.
Allergien können sich im Verlauf des Lebens verändern, d.h. stärker werden und zu Bronchialasthma führen oder gar verschwinden.

Durch diverse Methoden kann der Arzt eine Allergie nachweisen. Die 3 häufigsten sind:
- Pricktests: das Allergen wird in die oberste Hautschicht mit einer Lanzette eingeführt → Resultat (Hautrötung, Quaddelgrösse) nach 15-20 Minuten.
- Intradermale Tests: mit einer Spritze wird eine kleine Menge Allergen in die Haut gespritzt → Resultat nach 15-30 Minuten
- Patchtests: das Allergen wird auf die Haut aufgetragen und mit Folie zugedeckt
→ Resultat nach 2-4 Tagen
Eine Blutanalyse ermöglicht es, die für das Allergen spezifischen Allergie-Antikörper zu messen.

Die Pollen

Pollen sind männliche Geschlechtszellen aller höheren Pflanzen. Sie werden in den Staubgefässen gebildet und durch den Wind und Insekten übertragen. Da die Bestäubung Wetterbedingt ist nimmt die Pollenkonzentration bei regnerischem Wetter ab. Windbestäubte Pollen werden vor allem am Morgen und am Abend von den Blumen abgegeben. Die Identität der Pflanze kann man mittels einer einzigen Polle herausfinden.
 
Die wichtigsten Pollenallergene sind:

Bäume: Erle, Birke, Esche, Haselnussstrauch
Gräser: Flughafer, Trespe, Knäuelgras, Wiesenschwingel, Wiesenlieschgras, Lolch, Roggen
Die Verbreitung der Ambrosia oder des Traubenkrauts aus Nordamerika nimmt immer mehr zu. Ambrosia blüht vom Juli bis Oktober und wirkt ebenfalls allergieauslösend.

Habe ich eine Pollenallergie?

Wenn die Symptome (wässeriges Sekret, tränenden Augen und/oder kratzen im Hals, Husten bis Asthma) immer wieder um die gleiche Jahreszeit auftreten, kann herausgefunden werden um welche Antikörper es sich handelt.

Messung des Pollenflugs

Die MeteoSchweiz betreibt das Nationale Pollenmessnetz mit 14 Stationen. Die Pumpe der volumetrischen Pollenfalle saugt pro Minute 10 Liter Luft an. Dies entspricht der Atmung eines Menschen. Hinter dem Ansaugschlitz dreht sich eine Trommel, die mit einem durchsichtigen, mit Vaseline oder Silikon bestrichenen Kunststoffband überzogen ist. Auf dem klebrigen Streifen beleiben alle festen Partikel haften. An der Analysenstelle Zürich und Payerne wird das Band in sieben Tagespräparate zerschnitten und auf einem Objektträger eingebettet. Unter dem Mikroskop werden dann die einzelnen Pollen in aufwändiger Handarbeit gezählt. Anhand von Grösse, Form und Struktur lassen sich die einzelnen Pollen unterscheiden.

Hilfsmittel zur Symptombekämpfung

- Am Abend Haare waschen
- Bettwäsche häufig wechseln
- Staubwischen mit feuchtem Tuch
- Kleider täglich ausserhalb des Schlafzimmers wechseln
- Sonnenbrille mit Seitenschutz tragen
- Augen nicht reiben
- Das Fenster im Auto nicht öffnen
- Pollenflug beachten → MeteoSchweiz
ländliche Gegend: am Morgen hohe Pollenkonzentration, am Abend geringer
städtische Gegend: morgens geringe Konzentration, abends stärker
- Fenster zum Schlafen schliessen
 
Medikamentöse Symptombekämpfung

Antihistaminika lokal oder oral: blockieren die Histaminwirkung
Kontakt mit einem Allergen → Reaktion von Antikörpern → Bildung von Histamin → die sich mit H1-Rezeptoren binden → allergische Reaktion (Rötung, Asthma, Schnupfen...)
Behandlung → mit Antihistaminika wird die Bindung vom H1-Rezeptor mit Histamin
Verhindert → keine allergische Reaktion


lokale Kortisonpräparate in Form von Nasensprays oder Inhalationen: wirken entzündungshemmend und vasokonstriktorisch → setzt Empfindlichkeit der Nasenschleimhaut bei Allergiebelastung herab

Systemisch:
H1-Antihisaminika: Zyrtec Tabletten, Ceteco Tabletten, Lora Mepha Allergie Tabletten, Fenistil Tabletten und Tropfen, Claritine Pollen Tabletten, Telfastin Allegro Tabletten

Lokal:
nasale Applikation mit Kortison:
Beconase

Nasale Applikation mit Antiallergika:
Otrivin Heuschnupfen, Allergodil Saisonal, Livostin

Augentropfen:
Spersallerg, Allergodil Saisonal, Livostin, Opticrom Allegro

Kontaktlinsen entfernen und frühestens nach 15 Minuten wieder einsetzen

Bekämpfung der Ursache

Durch die Desensibilisierung wird der Körper dazu gebracht allergieauslösende Stoffe wieder zu tolerieren. Bei diesem Vorgang wird das Allergen über einen bestimmten Zeitraum in immer höheren Dosen gespritzt, bei Kindern unter die Zunge geträufelt. Da hier ein gewisses Risiko für eine Schockreaktion besteht, muss der Patient mindestens eine halbe Stunde noch beim Arzt bleiben, damit im Notfall ein Gegenmittel verabreicht werden kann. Die Behandlung kann über 3 Jahre dauern.
 

 
 
Pollenallergene
 
 
Die verschiedenen Pollenallergene
 
 
 
Pollenratgeber AHA
 
 
 
 
 
Pollenflugkalender.pdf
 
     
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