Apotheke Tschupp
Dr. Christoph Tschupp

Bahnhofstr. 14
5200 Brugg

Tel: +41 56 441 14 47
Fax: +41 56 441 14 49
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Was sind Antibiotika und wie wirken sie?

Antibiotika sind Wirkstoffe, die zum Einsatz kommen, wenn eine Infektion vorliegt,
die von Bakterien verursacht wird. Die krankmachenden Bakterien werden durch
das Antibiotikum - zusammen mit dem Abwehrsystem des Körpers - unschädlich
gemacht.
Antibiotika sind meist von Pilzen und Bakterien ausgeschiedene chemische
Verbindungen, die Bakterien gezielt abtöten oder zumindest in ihrem Wachstum
hemmen können. Antibiotika sollen nur gegen Bakterien gerichtet sein,
menschliche Körperzellen jedoch nicht beeinträchtigen. Deshalb wirken sie dort,
wo sich die Bakterienzelle grundsätzlich von der menschlichen Zelle unterscheidet.
Antibiotika hemmen schon in geringer Menge das Wachstum von Bakterien oder
können diese abtöten.
Antibiotika wirken nur bei Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden. Da
Infektionen aber sehr häufig durch Viren (Grippe etc.) und Pilze verursacht werden,
muss Ihr Arzt zunächst feststellen, ob Bakterien die Ursache Ihrer Erkrankung sind
und ob eine Antibiotika-Behandlung erforderlich ist.

Keine Wirksamkeit?

Der häufigste Grund einer mangelnden Wirksamkeit ist eine Fehlanwendung
insbesondere bei solchen Infektionen, die sowohl von Bakterien und Viren
verursacht werden können.
Mangelnde Wirksamkeit kann aber auch darauf zurückzuführen sein, dass ein
korrekt verordnetes Antibiotikum nicht entsprechend der Anweisung oder zu
kurz eingenommen wird.

Die Antibiotika-Familie

Antibiotika unterteilen sich in Substanzen mit schmalem und mit breitem
Wirkspektrum, auch „Breitbandantibiotika“ genannt, und sind in sieben Familien
eingeteilt. Die bekanntesten sind:

-Penicilline
-Cephalosporine
-Chinolone
-Makrolidantibiotika
-Aminoglykoside
-Tetracycline
-Sulfonamide

Die Wahl des richtigen Antiobiotikums

Entscheidend für die richtige Wahl sind die Art der Infektion und die persönliche
Krankengeschichte des Patienten.
Nicht alle Antibiotika wirken gegen alle Bakterien gleich gut. Deshalb wählt Ihr
Arzt das Antibiotikum aus, mit dem die Bakterien, die für Ihre Infektion
verantwortlich sind am wirkungsvollsten behandelt werden können.
Weiterhin muss Ihr Alter berücksichtigt werden und ob Sie unter zusätzlichen
Erkrankungen oder Allergien leiden. Auch ob Sie andere Medikamente einnehmen
oder ob eine Schwangerschaft besteht, muss bei der Auswahl der richtigen
Substanz beachtet werden.
Ausserdem entscheidet Ihr Arzt über notwendige Anpassungen der Dosierung,
die von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen können.

Behandlungsdauer

Auch wenn eine rasche Besserung eintritt und die Zeichen der Infektion nach
Behandlungsbeginn schnell zurückgehen, muss das Antibiotikum weiterhin in
der verschriebenen Menge eingenommen werden und darf erst dann abgesetzt
werden, wenn die vom Arzt festgesetzte Behandlungsdauer verstrichen ist.
Eine Besserung während der ersten Tage deutet darauf hin, dass unter der
Behandlung eine Wirkung auf die Bakterien zu verzeichnen ist. Damit alle
Bakterien wirksam bekämpft werden können, muss das Antibiotikum aber noch
länger eingenommen werden. Andernfalls vermehren sich insbesondere die
Bakterien wieder, welche die ersten Tage der Antibiotika-Therapie überlebt
haben (Resistenzbildung).

Resistente Bakterien

Ein Therapieunterbruch oder eine zu niedrige Dosierung geben den Bakterien
genügend Zeit, um zu lernen, sich gegen das Antibiotikum zu schützen. Es ist
eine Art Überlebenskampf. Antibiotika töten in der Regel Bakterien ab; nur
manchmal bleibt eines übrig. Dieses Bakterium und seine Abkömmlinge sind
dann gegen das Antibiotikum resistent geworden.
Das ursprünglich wirksame Antibiotikum ist jetzt wirkungslos. In einem solchen
Fall muss ein anderes Antibiotikum gefunden werden, um den Infekt wirkungsvoll
behandeln zu können.

Die Resistenzproblematik

Nicht Sie, sondern die Bakterien werden bei falscher Anwendung gegen das
Antibiotikum resistent. Auch alle Abkömmlinge dieser Bakterien sind dann
resistent und die durch sie verursachten Infektionen können nicht mehr mit
dem bisher wirksamen Antibiotikum behandelt werden. Wenn Bakterien auf
die gängigen Antibiotika resistent werden, besteht die Gefahr, dass bald keine
wirksamen Antibiotika mehr zur Verfügung stehen. Infektionen können dann
nicht mehr wirkungsvoll und schnell behandelt werden und haben wie früher
wieder vermehrt einen tödlichen Ausgang.
Nur durch den richtigen Umgang mit Antibiotika kann das Resistenz-Problem
in Schach gehalten werden. Deshalb werden Antibiotika nur auf ärztliche
Verschreibung abgegeben.

Nebenwirkungen der Antibiotika

Die Nebenwirkungen bei der Antibiotika-Therapie können verschiedenartig
(substanzspezifisch) auftreten. Die Häufigkeit des Auftretens von Nebenwirkungen
ist bei den einzelnen Antibiotika verschieden und selbstverständlich auch
individuell unterschiedlich. Mitunter ist es schwierig (bei Begleitmedikation)
Nebenwirkungen zuzuordnen bzw. vorauszusehen.
Da Antibiotika definitionsgemäss schädigend auf den Erreger aber unschädlich
auf die Wirtszellen wirken sollen, begrenzen die Nebenwirkungen die Therapie.
Das Infektionsrisiko ist in jedem Falle dem Nebenwirkungsrisiko
gegenüberzustellen und daraufhin die Dosierung zu bestimmen. Penicillin hat
unter diesem Gesichtspunkt noch immer eine Sonderstellung unter den Antibiotika.
Es gibt kein anderes Antibiotikum, das in so kleinen Dosen schon wirksam und in
so hohen Dosen noch verträglich ist, wie Penicillin.
Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen betreffen die Verträglichkeit auf
den Magen-Darm Trakt. Da Antibiotika gegen Bakterien wirken, können auch die
für uns nützlichen und notwendigen Darmbakterien betroffen sein. Ein häufiges
Problem bei der Antibiotika-Therapie sind deshalb Verdauungsstörungen wie
weiche Stühle oder Durchfall, die nach dem Ende der Behandlung wieder
vorübergehen. Bei raschem Auftreten von Durchfall und blutigem Stuhl sollten Sie
den Arzt aufsuchen.
Viele Patienten hilft es, gegen die Darmprobleme vorzubeugen, indem sie etwas
Joghurt essen. Beachten Sie aber, dass bei bestimmten Antibiotika deren Aufnahme
in den Körper durch Milchprodukte gestört werden kann. Falls dies der Fall ist,
finden Sie entsprechende Informationen in der Packungsbeilage des Präparates.
Dort können Sie auch nachlesen, ob Sie Ihr Antibiotikum zu den Mahlzeiten
einnehmen sollten oder nicht. Je nach Medikament kann die Aufnahme in den
Körper durch eine Mahlzeit verbessert oder erschwert werden.
In der Packungsbeilage finden Sie weiterhin sämtliche möglichen Nebenwirkungen
aufgeführt. Diese sind unterschiedlich häufig und kommen nicht bei allen Patienten
vor. Lassen Sie sich durch die Aufzählung nicht verunsichern oder gar dazu
bewegen die Behandlung zu früh abzubrechen. Wenden Sie sich bei Unsicherheiten
bezüglich unerwünschter Wirkungen an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch,
wenn Sie innerhalb der ersten Tage der Antibiotika-Behandlung keinerlei Besserung
feststellen können oder wenn während der Therapie neue Beschwerden auftreten
sollten.

Nicht verbrauchte Antibiotika

Bringen Sie nicht eingenommene Antibiotika zur Entsorgung in Ihre Apotheke
zurück. Behalten Sie das Antibiotikum nicht für später und geben Sie es auch
nicht an Dritte weiter, da bei jeder Infektion durch den Arzt neu beurteilt
werden muss ob und welches Antibiotikum in welcher Dosierung eingesetzt
werden soll.

Wichtig

Werden Antibiotika nicht richtig angewendet, kann die Infektion häufig

nicht gestoppt werden und deshalb grösseren Schaden anrichten.

Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Bakterien gegen das Antibiotikum

resistent werden. Dies bedeutet, dass das Antibiotikum nicht mehr wirken

kann, weil die Bakterien gelernt haben sich vor ihm zu schützen.

Bitte beachten Sie folgende Punkte bei der Einnahme eines Antibiotikums:

-Antibiotika nur nach ärztlicher Verschreibung anwenden
-Verschriebene Dosierung sorgfältig einhalten
-Einnahmedauer genau beachten und bei Besserung nicht zu früh absetzen
-Packungsbeilage gründlich durchlesen
-Bei Fragen und Unsicherheiten sich an den Arzt oder Apotheker wenden
-Nicht verbrauchte Antibiotika zu Ihrer Apotheke zurückzubringen
-Antibiotika nicht an andere Personen weitergeben

Weitergehende Informationen und eine Broschüre zum Thema

erhalten Sie in der Apotheke Tschupp.

 
     
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