Apotheke Tschupp
Dr. Christoph Tschupp

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Schlafstörungen

Was verstehen wir unter Schlaf?

Der Schlaf spielt eine herausragende Rolle in unserem Leben - immerhin
verbringen wir rund ein Drittel unseres Lebens schlafend. Dabei ist der Schlaf
für uns selbstverständlich. Im Schlaf sind wir körperlich nur wenig aktiv,
unsere Umwelt nehmen wir kaum wahr.
Alle unsere Körperfunktionen und somit auch der Schlaf unterliegen einem
Rhythmus, dessen Taktgeber vor allem das Tageslicht ist.

Schlafstörungen

In der Dunkelheit wird vermehrt das körpereigene Hormon Melatonin aus der
Zirbeldrüse des Gehirns ausgeschüttet. Dieses signalisiert dem Körper, dass es
Zeit zum Schlafen ist. Auch der Schlaf selbst unterliegt einem Rhythmus.
Man unterscheidet verschiedene Schlafstadien, die sich im Laufe der Nacht
mehrmals wiederholen.
In den ersten Stunden der Nacht dominiert vor allem die Tiefschlafphase, später
dann die so genannte REM-Phase, die Zeit des Träumens. REM steht für die
Phase rascher Augenbewegungen („rapid eye movements“). Der Tiefschlaf
fördert vor allem die Regeneration der Körperfunktionen. Träume helfen Erlebtes
zu verarbeiten und im Gedächtnis zu speichern.
Die Schlafdauer und die Schlafzyklen sind unter anderem vom Alter abhängig. So
brauchen Neugeborene bis zu 18 Stunden Schlaf, wovon sie einen Grossteil mit
Träumen verbringen. Mit zunehmendem Alter nimmt das Schlafbedürfnis ab, die
REM-Phase wird dadurch kürzer.
Das Schlafbedürfnis ist bei Gleichaltrigen individuell verschieden und nimmt mit
zunehmendem Alter ab!

Warum brauchen wir Schlaf?

Ausreichender Schlaf ist somit eine Grundvoraussetzung für Ausgeglichenheit,
körperliche Fitness und Gesundheit.
Langanhaltender Schlafmangel hat viele Auswirkungen: erhöhte Tagesmüdigkeit
mit einhergehendem Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche können ebenso
auftreten, wie erhöhte Reizbarkeit und Unruhe bis hin zu Depressionen.
Körperlich wirkt sich ein Schlafmangel vor allem auf das Immunsystem aus. Die
Infektanfälligkeit wird dadurch erhöht.

Wieviel Schlaf braucht der Mensch?

Der durchschnittliche Schlafbedarf des Menschen liegt bei 7-8 Stunden.
Wenn wir aufgrund von Krankheit oder Stress plötzlich gar nicht mehr oder zu
wenig schlafen und sich dieser Zustand über eine gewisse Zeit hinzieht, stellen
sich entsprechende Anzeichen von Schlafmangel ein.
Doch auch das Gegenteil - ein übermässiges Schlafbedürfnis - mit ungewolltem
Einschlafen auch am Tage, trotz ausreichend langer nächtlicher Ruhezeit, ist oft
Ausdruck einer ernstzunehmenden Schlafstörung.

Individuelles Schlafbedürfnis

Individuelle Unterschiede in der Schlafdauer sind möglich. Erbfaktoren
beeinflussen die Schlafdauer und Schlafqualität. Menschen brauchen, wenn
es ihnen gut geht und sie ein „Stimmungshoch“ haben, weniger Schlaf, als
in Zeiten schlechterer Stimmungslage.

Unser Schlaf verändert sich

Unser Schlafbedürfnis ändert sich mit zunehmendem Lebensalter: wir schlafen
weniger lang und weniger tief, je älter wir werden. Das ist eine natürliche
Veränderung.
Ein Neugeborenes schläft noch 16 Stunden am Tag. Drei- bis viermal wacht es
im Laufe von vierundzwanzig Stunden auf, sein Rhythmus nimmt dabei keine
Rücksicht auf die Lebensgewohnheiten der Eltern.
Doch mit zunehmendem Alter schlafen Kinder weniger und ihre Hauptschlafzeit
verlagert sich in die Nacht. Ab dem fünften Lebensjahr brauchen sie auch keinen
Mittagsschlaf mehr.
Junge Erwachsene schlafen täglich durchschnittlich zwischen sieben und neun
Stunden. Rund ein Viertel der Nacht verbringen sie noch in den Tiefschlafphasen.
Bis zum 50. Lebensjahr wird sich dieser Anteil jedoch rapide verringern. In diesem
Alter schlafen wir nur noch 5% einer Nacht „tief“. Das Einschlafen dauert länger,
wir wachen häufiger auf und brauchen wieder ab und zu eine kurze „Auszeit“
während des Tages.
Da das Schlafbedürfnis im Alter immer mehr abnimmt werden die Traum-und
Tiefschlafphasen immer weniger und kürzer. Die Folge davon ist, dass der Schlaf
im Alter wesentlich störanfälliger ist und es zu einem häufigeren Aufwachen
kommt. Der Schlaf im Alter ist wesentlich empfindlicher als in jungen Jahren.
Sowohl Qualität und Quantität des Schlafes werden beeinträchtigt.

Äussere Einflüsse auf den Schlaf

Besonders stark gestört wird der Schlafrhythmus von Schichtarbeitern. Der
ständige Wechsel ihrer Arbeitszeiten - mal morgens, mal mittags, mal nachts
- verkürzt ihren Schlaf und bringt ihre biologische Uhr , den zirkadianen
Rhythmus durcheinander.
Auch psychische und körperliche Belastungen können unseren Schlaf
vorübergehend aus dem Gleichgewicht bringen.

Schlafstörungen

Probleme mit dem Schlafen sind weit verbreitet. Schätzungen gehen von 20%
- 30% der Bevölkerung westlicher Industrieländer aus, die gelegentlich unter Ein-
oder Durchschlafstörungen leiden. Bei jedem 10. Erwachsenen liegt aber bereits
eine chronische Schlafstörung vor, die ihn in seiner Leistungsfähigkeit am Tage
erheblich beeinträchtigt.
Man unterscheidet inzwischen etwa 80 verschiedene Schlafstörungen. Die
Ursachen können sowohl sozialer als auch psychischer oder körperlicher Herkunft
sein. Klassische Erkrankungen der inneren Organe oder des Nervensystems
werden oft von Schlafstörungen begleitet.

Unter den Schlafstörungen findet man:
-Veränderungen der Schlafdauer (zu kurzer oder zu langer Schlaf)
-Veränderungen des Schlafprofils (z.B. fehlende Tiefschlafphasen)
-Veränderungen der Schlafqualität (Schlafwandeln)
-Einschlaf- und Durchschlafstörungen
-Kombinierte Schlafstörungen. Vor allem im Alter sind Mischformen häufig.

Ein gestörter Schlaf macht sich auf vielfältige Weise bemerkbar. Das Einschlafen
dauert unerträglich lange, man erwacht nachts immer wieder und liegt lange wach.
Manche Personen schwitzen ungewöhnlich viel, andere müssen nachts immer
wieder auf die Toilette. Nach dem Aufwachen ist der Nacken verspannt, die
Muskeln schmerzen. Man fühlt sich müde und erschöpft, manchmal schläft man
sogar, ohne es zu wollen, tagsüber ein. Man kann sich schlechter konzentrieren
und ist nicht mehr so leistungsfähig. Der permanente Schlafmangel schlägt auf die
Stimmung: man fühlt sich unwohl, ängstlich und niedergeschlagen.
Schlafstörungen, die länger als 14 Tage anhalten und ein mangelnder
Erholungseffekt des Schlafes sollten deshalb Anlass zu einer ärztlichen Abklärung
sein.

Dauer von Schlafstörungen

Die Internationale Klassifikation der Schlafstörungen unterscheidet bezüglich der
Dauer folgende Schweregrade:

-Akute Schlafstörungen: Dauer von 4 Wochen oder weniger
-Nicht akute Schlafstörungen: Dauer von mehr als 4 Wochen, aber weniger als 6
Monaten
-Chronische Schlafstörungen: Dauer von 6 Monaten oder länger

Akute und nicht akute Schlafstörungen verschwinden häufig wieder, wenn die
auslösende Ursache (z.B. eine Krankheit, besondere Stressfaktoren) verschwindet.
Nicht selten jedoch tritt innerhalb weniger Wochen nach Beginn einer
Schlafstörung eine „Verselbständigung“ auf. Die auslösenden Ursachen spielen
dann keine Rolle mehr und die Schlafstörung wird chronisch.
Chronische Schlafstörungen gehören zu den „ hartnäckigen“ Beschwerden. Eine
spontane Heilung ohne Behandlung ist bei dieser Form der Schlafstörung äusserst
selten. Entsprechend berichten zwei Drittel der Patienten mit schweren
Schlafstörungen, dass sie bereits 1-5 Jahre oder mehr darunter leiden, bei 40%
der Betroffenen sind es mehr als 5 Jahre. Die schlafgestörten Patienten in
schlafmedizinischen Ambulanzen weisen im Mittel eine Störungsdauer von
12-14 Jahren auf!

Funktionelle Schlafstörungen

Schlafstörungen mit überwiegend äusseren und / oder psychisch bedingten
Ursachen.

Schlafstörungen, die durch Ursachen von aussen bedingt werden

-Änderung von Schlafgewohnheiten oder Schlafrhythmen
-ungewohnter Schlafraum, ungewohnte Sinneseindrücke (Geräusche, Helligkeit),
ungewohntes Klima
-Rhythmusänderungen (Wechsel von Tag- und Nachtdienst, Flugreisen mit
Verschiebung der Urzeit).
-Durch Pharmaka verursachte Schlafstörungen
-Stimulantien, Appetitzügler etc.

Schlafstörungen, die ihre Ursache in der Psyche haben

Der Hauptteil der Ein- und Durchschlafstörungen hat seelische Ursachen. Man
nennt sie die „psychogenen Schlafstörungen“. Insbesondere die Depression zählt
dazu, bei der man abends schlechter einschläft und morgens früher erwacht.
Einer der Hauptfaktoren für diese Art der Ein- und Durchschlafstörungen ist Stress.
Jeder kennt die Situation, nach stressigen Situationen im Bett zu liegen, die
Gedanken kreisen immer um ein Thema, man kann nicht einschlafen.

-Auslösend wirken akute oder chronische Konflikte und Belastungen: Normale
Trauerreaktionen, reaktiv-depressive Verstimmungszustände, Selbstvorwürfe,
Schuldgefühle
-Bei ängstlicher Erwartungsspannung: vor Prüfungen, bei nicht zu bewältigenden
Schwierigkeiten
-Verstärkt wird die Schlafstörung durch erwartungsvolles Einschlafen-“Wollen“.
Die unbefangene passive Auslieferung an das Schlafgeschehen ist verloren
gegangen.

Schlafstörungen im Zusammenhang mit anderen psychischen Problemen

1. Depressive Erkrankungen

Schlafstörungen können Vorboten wie auch Symptome einer Depression sein. Die
meisten Betroffenen können nicht gut einschlafen. Sie wachen nachts häufiger auf
und erwachen morgens früher als gewohnt. Quälende Gedanken halten sie vom
Schlafen ab. Viele klagen über schlechte Träume. Werden derartige
Schlafstörungen diagnostiziert, dann sollte in jedem Fall auch die Grunderkrankung
behandelt werden.
Depressionen sind die häufigsten Gründe für eine Schlafstörung.

2. Angsterkrankungen

Auch Angsterkrankungen gehen häufig mit Ein-und Durchschlafproblemen einher.
Betroffene wachen in der Nacht mit Herzjagen, Schweissausbrüchen und Atemnot
auf. Manchmal sind Alpträume der Grund, manchmal treten solche Panikattacken
auch ganz spontan auf. Ihre Angst und zwanghafte Gedanken hindern viele daran,
wieder einzuschlafen. Auch solche Beeinträchtigungen des Schlafs sind heute
behandelbar.

3. Schlafstörungen nach schweren Erlebnissen

Schwere traumatische Erlebnisse - wie zum Beispiel Unfälle, Gewalt, Missbrauch,
Kriegsereignisse oder Naturkatastrophen - verfolgen die Betroffenen oft ein Leben
lang.
Man spricht dann von einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“. Tagsüber
kann es gelingen, diese Ereignisse und Bilder zu verdrängen; nachts brechen sie
häufig ungewollt wieder auf: in Form von gestörtem Schlaf, von Ängsten, von
Träumen und Alpträumen. Bei der Bewältigung solcher Erlebnisse sollte und kann
den Betroffenen psychotherapeutisch geholfen werden.

4. Alkoholabhängigkeit

Der ständige Konsum von Alkohol kann die normale Schlafstruktur zerstören. Wir
schlafen unter Einfluss von Alkohol zwar schneller ein, doch auf Dauer werden
Tief- und REM-Schlaf unterdrückt.

5. Schlafstörung bei Schlafmittel-Abhängigkeit

Durch eine dauerhafte Einnahme von Schlafmittel kann sich der Körper an die
medikamentöse Schlafhilfe gewöhnen. Oft muss die Dosis des Medikamentes
daraufhin erhöht werden, denn der Körper spricht nicht mehr wie gewohnt auf
die Einnahme an. Nach dem Absetzen der Schlafmittel tritt häufig eine noch
grössere Schlaflosigkeit auf, als vor der Einnahme. Die Beschwerden können
längere Zeit andauern und am Tage zu Schwindel, Ruhelosigkeit und Übelkeit
führen.

6. Schlafstörung bei Abhängigkeit von stimulierenden Substanzen

Die Einnahme von so genannten Stimulanzien (“Aufputschmittel“) wie z.B.
Amphetamine, Nikotin, Koffein oder Appetitzügler, kann den Schlaf verkürzen
oder völlig unterdrücken.
Auch die Wirkstoffe einiger anregender Medikamente, wie z.B.Theophyllin,
können sich negativ auf die Schlafdauer und Schlafqualität auswirken.

Organisch bedingte Schlafstörungen

Neben den psychogenen gibt es auch organisch bedingte Schlafstörungen, die zu
Ein- und Durchschlafstörungen führen, beispielsweise das „Syndrom der Ruhelosen
Beine“.

Zu den organisch bedingten Schlafstörungen gehören:

-Erkrankungen des zentralen Nervensystems
-Allgemein- und Stoffwechselerkrankungen
(z.B. nächtliche Phasen der Unterzuckerung bei Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion)
-Schmerzzustände

Atemstillstände während des Schlafs

An erster Stelle der Schlafstörungen, die mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit
verbunden sind, steht das „Schlaf-Apnoe-Syndrom“.
Lange Zeit wurde die Bedeutung der Schlafapnoe unterschätzt. Dabei steht
inzwischen fest, Schlafapnoe-Syndrome sind fast so weit verbreitet wie die
Volkskrankheit Diabetes.
Die Patienten haben subjektiv den Eindruck, nachts lange geschlafen zu haben,
sind aber tagsüber sehr müde. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom zeichnet sich
dadurch aus, dass nachts Hunderte von Malen die Atmung aussetzt.
Die oberen Luftwege kollabieren, der Sauerstoff im Blut fällt ab, was mit einer
Aufwachreaktion einhergeht, die aber so kurz ist, dass der Betroffene sie gar
nicht bewusst wahrnimmt. Dies wiederum führt zu einem verminderten Tief-
und REM-Schlafanteil, der aber sehr wichtig für die Erholung während des
Schlafens ist. Der Körper reagiert sofort um die bedrohliche Situation zu
beenden: er „weckt“ den Schlafenden, die Anspannung seiner Muskulatur
erhöht sich wieder, er schnappt nach Luft. Dieser gestörte Atemmechanismus
tritt im Laufe der Nacht immer wieder auf, sobald der Betroffene tief und
entspannt schläft. Sein Schlaf ist durch diese ständigen kurzen
Aufwachreaktionen so auseinander gerissen, dass er tagsüber unter extremer,
unüberwindbarer Müdigkeit leidet. Für die Betroffenen unerklärlich, denn oft
bemerken sie gar nicht, dass sie nachts immer wieder „aufwachen“.
Ursache für das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist häufig ein erhöhtes Körpergewicht.
Viele übergewichtige Menschen verlieren ihre Schlaf-Apnoe wieder, wenn sie
abnehmen.

Ruhelose Beine

Das Restless-Legs-Syndrom äussert sich durch unangenehmste, zum Teil
aufsteigende Missempfindungen in den Beinen. Die Beschwerden treten fast
ausschliesslich in Ruhe und/oder vor dem Einschlafen auf und gehen einher
mit einem intensiven Bewegungszwang, der sich nur durch Bewegung oder
Berührung aufheben lässt und in Ruhe dann rasch wiederkehrt.
Der Verlauf ist über viele Jahre wechselnd ausgeprägt, d.h., störende
Beschwerden können oft mit mehrwöchigen beschwerdefreien Intervallen
abwechseln.
In 40% der Fälle ist eine Ursache nicht festzustellen. Nach entsprechend
gesicherter Diagnose sind jedoch medikamentöse Massnahmen möglich.
In 60% der Fälle kann das Restless-Legs-Syndrom ein Zeichen einer
organischen Erkrankung sein.

Was kann ich selbst tun?

Oft kommt man aus dem Teufelskreis des Nicht-Schlafen-Könnens, des
abgespannten und unkonzentrierten Tages und der Angst vor dem Einschlafen
nicht aus eigener Kraft heraus.
Manchmal kann auch ein Schlafmittel helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen.
Sie haben wieder die Kraft, um zu Ihrem Tagesrhythmus zurückzufinden.

Medikamente gegen Schlafstörungen

Schlafmittel (Hypnotika) sind im engeren Sinn Stoffe, die den Schlafvorgang
fördern oder einleiten.
Es stehen für diesen Zweck eine Vielzahl von nicht verschreibungspflichtigen
und verschreibungspflichtigen Schlaf-und Beruhigungsmitteln zur Verfügung.

Allgemeine Schlaftipps

Wie können Sie sich bei leichten Schlafstörungen helfen?

-Möglichst häufig zur gleichen Zeit ins Bett gehen und zur gleichen Zeit aufstehen.
Guter Schlaf braucht einen Rhythmus.
-Schlaf ist im Allgemeinen nicht auf Knopfdruck möglich. Fast alle Menschen
benötigen eine „Zwischenzeit“, die den Stress des Tages von der Regeneration de
Nacht trennt. Als Grundsatz gilt, wer den Schlaf erzwingen will, verscheucht ihn
zwangsläufig durch diese Anstrengung.
-Verzichten Sie auf Mittagsschlaf oder halten Sie ihn möglichst kurz.
-Alkohol nur in geringen Mengen, und besser 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen
als Hilfe zur Entspannung, dies fördert dann den normalen Schlaf, wenn der Alkohol
bereits abgebaut ist. Alkohol nimmt dem Schlaf die Erholungswirkung.
-Lärmbelästigung führt oft zu einer stärkeren Beeinträchtigung des Nachtschlafs als
man denkt. Selbst ohne Erwachen kann Lärm zu einer Störung in den Schlafphasen
führen. Überprüfen Sie, ob Sie Ihr Schlafzimmer in ein ruhigeres Zimmer Ihrer
Wohnung verlegen oder ob Sie Sich Lärmschutzfenster anschaffen können.
-Regelmässiges körperliches Training, am Vormittag oder Nachmittag nicht in den
3 Stunden vor dem Schlafengehen. Der Körper braucht Zeit zum Umschalten.
Untätigkeit fördert Schlafstörungen. Körperliche Ermüdung fördert den Schlaf.
Geistige Aktivitäten zu später Stunde können hingegen die gefürchtete Kombination
von „müde“ und „überdreht“ herbeiführen. Aber auch körperliche Überforderung
kann die gleichen Folgen nach sich ziehen.
-Sorgen Sie für ein kühles, gut gelüftetes und verdunkeltes Schlafzimmer, Frischluft
fördert den Schlaf. Idealerweise sollte die Raumtemperatur bei etwa 14-18 Grad für
Erwachsene sein.
-Gehen Sie dann schlafen, wenn Sie wirklich müde sind.
-Frühes Erwachen kann ein Symptom einer Depression sein. Hier ist immer ein
Gang zum Facharzt für Psychiatrie anzuraten. Wenn sich aber keine Ursache dafür
findet, empfiehlt es sich später ins Bett zu gehen. Wer kontinuierlich etwas später
das Bett aufsucht, z.B. jeden Tag 15 Minuten, der wird nach und nach sein zu
frühes Erwachen in Richtung erwünschte Uhrzeit verlegen.
-Bei Einschlafstörungen kann es helfen, einfach regelmässig immer etwas früher
aufzustehen und dadurch die Nachtschlafzeit zu verkürzen.
-Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, die nur wenige Tage andauern werden häufig
durch Aufregung oder Stress verursacht. Viele schlafen von Sonntag auf Montag
schlecht, wegen der Angst vor der anstrengenden Woche.
-Viele Patienten überschätzen ihre Wachzeit nachts erheblich
-Menschen, die unter chronisch kalten Füssen leiden und dadurch keinen Schlaf
finden, sollten Wechselbäder für die Füsse oder temperaturansteigende Fussbäder
mit einschleichendem Wärmereiz versuchen.
-Man kann nur sehr begrenzt „ auf Vorrat“ schlafen. In der Regel funktioniert dies
schon nicht, weil das Vorschlafen mit einem Erwartungsdruck verbunden ist, der
das Einschlafen meist zuverlässig verhindert
-Ein Schlafdefizit kann schon durch relativ wenig Zusatzschlaf kompensiert werden.
Nach einer durchwachten Nacht beträgt die Schlafdauer des Erholungsschlafes
keineswegs sechzehn Stunden, sondern allenfalls zehn oder elf Stunden.
-Wenn Sie nachts mit starkem Angstgefühl, Unruhe, Herzrasen oder Atemnot
erwachen und auch tagsüber ähnliche Attacken erleben, (Atemnot, Gefühl der
Unsicherheit oder Benommenheit, Herzklopfen, Zittern, Beben, Schwitzen,
Erstickungsgefühl, Übelkeit, Bauch-Beschwerden, Kribbeln an den Armen,
Hitzewallungen, Kälteschauer etc.), sollte man an eine Panikstörung denken Sie
sollten einen Facharzt für Psychiatrie aufsuchen oder mit Ihrem Hausarzt
darüber sprechen.
 
     
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