Apotheke Tschupp
Dr. Christoph Tschupp

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Rückenschmerzen

Besser informiert über Rückenschmerzen

Wenn Sehnen , Bänder, Muskeln und Gelenke vorübergehend nicht richtig
zusammenspielen, tut’s weh.
Wichtiger Bestandteil des Rückens ist die stabile, aber trotzdem sehr
bewegliche Wirbelsäule. Sie wird aus Wirbelkörpern, Bandscheiben und
kleinen Wirbelgelenken gebildet. Für die Stütze der Wirbelsäule sorgen
kräftige Bänder sowie eine starke Rückenmuskulatur.
Normalerweise kann der Wirbelsäule kein ernster Schaden zugefügt werden.
Trotzdem sind Rückenschmerzen ein weit verbreitetes Übel. Sie entstehen,
wenn Bandscheiben, Wirbelgelenke, Muskeln und Bänder zeitweise fehlbelastet
werden, nicht richtig zusammenspielen oder wenn Muskelverspannungen auftreten.
Als häufigste Ursache von Rückenschmerzen gelten falsche Belastungen,
Muskelverspannungen oder Reizungen. Sie können spontan auftreten oder es
handelt sich um Verschleisserscheinungen. Für Muskelverspannungen sind auch
Schmerzen, Stress oder Fehlhaltungen verantwortlich. Auch ein muskuläres
Ungleichgewicht, das sich einstellt, wenn die Muskulatur nicht ausreichend oder
einseitig belastet wird, kann Rückenbeschwerden hervorrufen.
Rückenschmerzen haben meist keine schwerwiegende Ursache und sind deshalb
normalerweise kein Grund zur Sorge.
Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden.
In der Mehrheit der Fälle (fast 95%) treten sie glücklicherweise aber nur
vorübergehend auf und sind selbst bei starken Schmerzen in der Regel
kein Zeichen für eine schwere
oder gar lebensbedrohliche Krankheit.

Sollten im Verlauf der Rückenschmerzen jedoch folgende Zeichen
auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:


Sie sind stark beunruhigt
Sie haben starke Schmerzen, insbesondere nachts, die einfach nicht
nachlassen
Sie fühlen sich krank
Sie haben ungewollt viel Gewicht verloren
Sie haben ein Taubheitsgefühl im Rücken oder Genitalbereich
Sie haben ein Taubheitsgefühl, schmerzhaftes Kribbeln oder Schwäche
in beiden Beinen
Ihre Füsse arbeiten nicht mehr wie gewohnt
Sie haben Probleme beim Wasserlassen, können Urin oder Stuhlgang nicht
kontrollieren
(Notfall, Arzt sofort aufsuchen)

Der Arzt wird abklären, ob ein schweres Bandscheibenleiden oder andere
Erkrankungen,wie Osteoporose (Knochenschwund), Entzündung, Infektionen
oder Tumore vorliegen, damit rasch eine entsprechende Behandlung eingeleitet
werden kann. In der Mehrheit der Fälle sind Rückenschmerzen jedoch ein
ärgerliches, aber harmloses Leiden und können nicht auf eine bestimmte
Krankheit zurückgeführt werden.

Was hilft bei Rückenschmerzen?

Es bestehen gute Heilungschancen. Bleiben Sie in Bewegung! Bewegung ist das
wichtigste Mittel zur Behandlung von unspezifischen Rückenschmerzen. Zur
Schmerzlinderung und Muskelentspannung können zusätzlich Medikamente
eingesetzt werden.Trotz Rückenschmerzen sollten Sie gewohnte Aktivitäten
einschliesslich Ihrer Arbeit beibehalten.
Bewegung bedeutet ein ständiges Wechseln von Anspannung und
Entspannung der Rückenmuskulatur. Schmerzende Muskelfasern können so
entkrampft werden, die Funktion normalisiert sich.
Bewegung ist bei den am häufigsten auftretenden, unspezifischen
Rückenschmerzen nicht schädlich. Bettruhe hingegen ist nur ratsam wenn
sie absolut nötig ist, und sollte dann so kurz wie möglich sein, denn durch
längere Bettruhe oder Schonhaltungen können Schmerz und Verspannung
immer länger anhalten. Zudem besteht die Gefahr, dass die Schmerzen
nicht mehr aufhören (chronische Schmerzen).
Also: Aktiv bleiben! Dies ist selbst bei stärkeren Rückenschmerzen möglich.
Geeignete Aktivitäten, bei denen der Rücken nicht zu stark überlastet wird,
sind zum Beispiel Gehen, Velofahren oder Schwimmen. Bei Bedarf kann der
Arzt auch eine Physiotherapie verordnen.

Manchmal sind die Rückenschmerzen zu Beginn so stark, dass Sie kurzfristig
tatsächlich etwas kürzer treten, vielleicht sogar für einen bis zwei Tage im Bett
bleiben müssen. Danach sollten Sie aber unbedingt, so schnell wie möglich,
wieder aktiv werden und sich bewegen.

Schmerzmittel

Schmerzmittel helfen mit, dass die Beweglichkeit beibehalten werden kann und
Reizungen zurückgehen. Arzneimittel zur Behandlung der Rückenschmerzen ,
die sowohl den Schmerz als auch die Entzündung lindern, müssen nicht über
längere Zeit eingenommen werden.
Am häufigsten eingesetzt gegen die Schmerzen werden sogenannte Analgetika
(Schmerzmittel) oder sogenannte „nichtsteroidale Antirheumatika (Mittel gegen
Schmerzen und Entzündungen). Die Letzteren können als unerwünschte Wirkung
unter anderem Magen-/Darmprobleme einschliesslich Geschwüre verursachen.
Der Arzt wird deshalb die niedrigste, für Sie noch wirksame Dosis verordnen.
Besonders gefährdete Personen bekommen ein magenschützendes
Zusatzmedikament verschrieben, dass die Magensäureausschüttung hemmt
oder schleimhautschützende Eigenschaften hat. Bei Bedarf stehen zur
kurzfristigen Anwendung auch stärkere Schmerzmittel zur Verfügung.
Manchmal wird zusätzlich ein muskelentspannendes Medikament
verschrieben. Diese kann allerdings Müdigkeit verursachen und die
Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Diesem Umstand muss unbedingt Rechnung
getragen werden.
Eventuell hilft bei Rückenschmerzen auch eine manuelle Therapie
(Chiropraktik). Sie muss immer durch eine erfahrene Fachperson ausgeführt
werden.

Chronische Rückenschmerzen

Bei einigen Patienten sind die „unspezifischen“ Rückenschmerzen chronisch.
Obwohl keine gefährliche Erkrankung vorliegt bedeutet dies für die Betroffenen
eine grosse Einschränkung.
Ihre Angst vor Schmerzen führt dazu, dass Menschen mit chronischen
Rückenschmerzen Schon- und Vermeidungshaltungen einnehmen. Leider
wird dadurch die Gefahr vergrössert, dass die Schmerzen stärker werden, denn
auch hier gilt: Möglichst in Bewegung bleiben.

Durch das verständlicherweise stark schmerzbezogene Denken und Fühlen
können Niedergeschlagenheit bis hin zur depressiven Stimmung den Alltag
der Betroffenen stark beherrschen. In dieser Situation ist es schwierig, den
wichtigsten Teil der Therapie - Bewegung statt Schonung - zu befolgen.
Hilfe bieten aktive Bewegungsprogramme unter Anleitung.
Die Bewegungsübungen zur Kräftigung und Dehnung der Muskeln können
allein oder in Gruppen zusammen mit weiteren Mitbetroffenen durchgeführt
werden. Das Rückentraining soll auch zu Hause weitergeführt werden.
Beginnen Sie langsam, sich zu bewegen und steigern Sie sich immer mehr.

Was Sie selber tun können

Mit einem rückengerechten Verhalten können Sie Rückenschmerzen
vorbeugen. Viele der Massnahmen helfen Ihnen auch während
einer Schmerzattacke. Bleiben Sie nie zu lange in einer bestimmten Position.
Wechseln Sie so oft wie möglich Ihre Haltung und bewegen Sie sich.
Wenn Sie lange sitzen müssen, stehen Sie immer wieder auf und dehnen Sie sich.
Stützen Sie zwischendurch immer wieder die Arme auf den Armlehnen ab. Wenn
Sie lange stehen müssen, verlagern Sie immer wieder Ihr Gewicht von einem Bein
auf das andere, gehen Sie ein paar Schritte, stellen Sie abwechslungsweise ein
Bein auf einen Fussschemel.
Versuchen Sie beim Sitzen den Rücken gerade zu halten und nehmen Sie nicht
die Form einer Banane an. Neigen Sie mit Hilfe eines Sitzkeils die Sitzfläche nach
vorne, damit die Knie etwas tiefer sind als das Becken.
Bücken und tragen Sie mit Hilfe der Beine und nicht mit dem Rücken: Beugen Sie
sich nicht nach vorne über sondern gehen Sie in die Hocke, wenn Sie sich bücken
wollen. Wenn Sie etwas Schweres heben anheben, lassen Sie beim Aufstehen die
Beinmuskeln die Hauptarbeit tun, heben und tragen Sie Lasten körpernah.
Verteilen Sie Ihre Einkäufe auf zwei Taschen oder benutzen Sie einen Rucksack,
damit Sie den Rücken nicht einseitig belasten.
Drehen Sie sich mit den Füssen und nicht nur mit dem Rücken, sondern den
ganzen Körper und halten Sie den Rücken dabei gerade.
Bewegen Sie sich. Zu wenig Bewegung schadet dem Rücken. Die Knochen
verlieren an Stabilität, die Muskeln werden immer schwächer und es fällt Ihnen
immer schwerer, sich zu bewegen. Regelmässige Bewegung erhöht die Stabilität
der Wirbelsäule, fördert die Festigkeit von Knochen, Gelenken und Bändern und
sorgt für eine kräftige Rückenmuskulatur. Sie bleiben beweglich und fühlen sich
gut.
Zu den rückenfreundlichen Sportarten gehören Gehen, Schwimmen und
Velofahren. Beim Velofahren sind Lenker und Sattelhöhe so einstellen, dass Sie
mit leicht nach vorne gestrecktem Rücken sitzen können. Falls Sie Mühe haben,
sich zu mehr Bewegung aufzuraffen, versuchen Sie es in einer Gruppe mit
betroffenen Mitstreiterinnen und Mitstreitern.

Zusammengefasst ist Folgendes entscheidend:

Bei der Mehrheit der Patienten sind Rückenschmerzen lästig aber ungefährlich.
Bewegung ist die „ Medizin“ Nummer eins. Regelmässig vorbeugen mit Walking,
Wandern, Velofahren oder Schwimmen.
Beim Einsatz von Schmerzmitteln oder -pflaster auf den Rat des Arztes
oder Apothekers hören.
 
     
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