Apotheke Tschupp
Dr. Christoph Tschupp

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Refluxkrankheiten

Die Refluxkrankheit ist eine häufige Erkrankung des Magen-Darm-Trakts. Man geht
davon aus, dass bis zu 40% der Erwachsenen mindestens einmal im Monat unter
Sodbrennen leiden.
Ein Reflux entsteht nicht unbedingt durch zuviel Säure, sondern durch die Säure
am falschen Ort. Anders als der Magen ist die Speiseröhre nicht gegen die
ätzende Magensäure geschützt, so dass es beim Rückfluss des Mageninhaltes zu
einer Reizung der Speiseröhrenschleimhaut mit dem typischen „Brennen“
kommen kann.
Damit die Magensäure im Magen bleibt, sind Magen und Speiseröhre durch einen
Schliessmuskel intakt, wird die Magensäure durch die Schluckbewegung
zurückgehalten. Ein ungenügender Verschluss ist die wichtigste Ursache für eine
verlängerte Säureeinwirkung auf die Speiseröhre.
Die Speiseröhre verbindet den Mundraum mit dem Magen und transportiert über
ihre Muskulatur die Nahrung in den Magen. Das Innere der Speiseröhre ist mit
einer empfindlichen Schleimhaut ausgekleidet. Diese Schleimhaut kann durch
äussere Einflüsse, aber auch durch den Rückfluss des eigenen Magensaftes gereizt
werden.
Besteht diese Reizung über einen längeren Zeitraum, entwickelt sich eine
Entzündung der Speiseröhre. Im Fachjargon nennt man dies „ Ösophagitis“. Ist die
Ursache dieser Entzündung ein Zurückfliessen des Mageninhaltes in die
Speiseröhre, so spricht man von einer „Reflux-Ösophagitis“. Eine Refluxkrankheit
kann aber auch ohne Entzündung (also ohne Ösophagitis) auftreten.

Häufige Beschwerden

Sodbrennen oder saures Aufstossen sind Beschwerdebilder der Refluxkrankheit.
Häufig tritt ein brennender, drückender Schmerz hinter dem Brustbein auf. Andere
Symptome sind Kratzen und Schmerzen oder ein Engegefühl im Hals.
Betroffene klagen selten über Brechreiz und Übelkeit. Der typische Schmerz hinter
dem Brustbein hingegen, das Sodbrennen, kann bis in den Hals und in den Rücken
ausstrahlen und ist besonders im Liegen, beim Bücken und nach den Mahlzeiten
ausgeprägt. Manchmal fliesst Magensaft nachts in die Speiseröhre und unter
Umständen bis in die Mundhöhle zurück, so dass sich morgens beim Aufwachen
ein feuchter oder gelber Fleck auf dem Kissen befindet. Nächtliches Husten oder
Atemnot und Heiserkeit können ebenfalls Symptome der Refluxkrankheit sein.
Schluckstörungen, Gewichtsabnahme und Erbrechen von Blut sind Anzeichen,
die unbedingt von einem Arzt genau abgeklärt werden müssen.

Leichte Beschwerden- keine Entwarnung

Der gelegentliche Rückfluss von Magensaft, der besonders tagsüber und nach dem
Essen beobachtet werden kann, ist eine normale Erscheinung. Erst ein gesteigerter
Rückfluss kann gefährlich sein.
Er tritt vor allem im Liegen auf und führt zu längerem Kontakt des Magensafts mit
der Schleimhaut, verursacht Beschwerden (Refluxkrankheit) und stellt ein Risiko
für die Auslösung einer Entzündung dar. Fortbestehende Entzündungen können
zur Bildung von Geschwüren und Vernarbungen der Schleimhaut führen.
Langfristig kommt es zu einer zunehmenden Verengung der Speiseröhre, die mit
einer erschwerten Nahrungsaufnahme für den GPatienten verbunden ist. In den
geschädigten Bereichen der Schleimhaut kommt es zu kleineren Blutungen,
die in den meisten Fällen unbemerkt verlaufen.
Durch eine Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms
kann festgestellt werden, ob eine Entzündung der Schleimhaut vorliegt. Der
Nachweis, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfliesst, wird durch eine
kontinuierliche Messung des Säuregehaltes der unteren Speiseröhre über einen
Zeitraum von 24 Stunden erbracht.
Bei den meisten Patienten zeigt die Refluxkrankheit einen gutartigen Verlauf,
wobei sich Krankheitsphasen mit Zeiten völliger Beschwerdefreiheit abwechseln.
Ein gezieltes Umstellen der Ernährungsgewohnheiten zusammen mit einer
vorübergehenden medikamentösen Hemmung der Säureproduktion im Magen
verhindert das Entstehen einer dauerhaften (chronischen) Entzündung
der Speiseröhrenschleimhaut.

Behandlung

Im Frühstadium der Erkrankung ist es möglich, die Beschwerden durch Ändern
der Ernährungsgewohnheiten deutlich zu verringern.
Dazu sollte auf den Konsum von fetthaltigen Speisen, Schokolade, scharfen
Gewürzen, Kaffee, Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Bei gelegentlichem
Sodbrennen helfen Brot und Haferflocken, eine Linderung zu erzielen.
Die medikamentöse Therapie der Erkrankung, die in der Regel vier bis sechs
Wochen dauert, bei Patienten mit wiederkehrender Refluxerkrankung aber
auch längere Zeit in Anspruch nehmen kann, soll die Magensäureproduktion
hemmen.
Die Behandlung der Refluxkrankheit erfolgt mit Medikamenten, welche
die Säureproduktion im Magen hemmen (Protonenpumpenhemmer) und
die bereits abgesonderte Magensäure neutralisieren (Antazida), wenn noch
keine Veränderungen der Schleimhaut vorliegen.
Bei leichten Beschwerden reicht häufig eine Umstellung der Ernährungs-und
Lebensgewohnheiten. Um Sodbrennen zu vermeiden, sollten Sie mehrere
kleine Mahlzeiten, die fett- und kohlenhydratarm sind, zu sich nehmen.

Generell gelten folgende Vorsichtsmassnahmen:

Achten Sie auf Ihr Gewicht, bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion die
Beschwerden mindern.
Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper ( Bett im Kopfbereich
höherstellen, um den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre zu
vermeiden).
Meiden Sie säurefördernde Speisen wie z.B. Kaffee, Schokolade, scharfe
Gewürze.
Essen Sie nicht kurz vor dem Schlafengehen.
Verzichten Sie aufs Rauchen.
Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.
Vermeiden Sie Stress und Hektik.
Sodbrennen kann mehr als nur eine Befindlichkeitsstörung sein. Nehmen Sie
deshalb die Beschwerden ernst, besonders dann, wenn sie während längerer
Zeit bestehen. Lassen Sie die Ursache durch Ihren Arzt abklären.

WICHTIG

Tritt Reflux gehäuft auf, kann es zu einer Erkrankung der Speiseröhre führen.
Der Grund ist die Magensäure, die vom Magen zurück in die Speiseröhre fliesst
und eine Reizung hervorruft. Verschlimmert sie sich zur Entzündung, spricht man
von der sogenannten „Reflux-Ösophagitis“.
Symptome sind Sodbrennen, saures Aufstossen oder ein drückender Schmerz
hinter dem Brustbein, ausserdem Brechreiz und Übelkeit, Schluckstörungen,
Gewichtsverlust und im Extremfall Erbrechen von Blut.
Die definitive Diagnose erfolgt durch die Spiegelung von Speiseröhre, Magen
und Zwölffingerdarm. Die Therapie erfolgt medikamentös, begleitet von klaren
Verhaltensregeln:

Keine säurefördernden Speisen (Kaffee, Schokolade, Gewürze)
Keine Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen
Kein Nikotin
Weniger Alkohol
Abbau von Stress und Hektik


Nehmen Sie schon erste Beschwerden ernst und konsultieren Sie
Ihren Arzt.
 
     
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